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Terrain 01 (Gabriel, Ulrike), 1993
 
 
 

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der Interaktivität keine instrumentalisierte Antwort gebe, sondern lediglich potenzielle Perspektiven, die sich der Virtualität der Kreation annähern würden.

Becs Ästhetik der Autonomie geht davon aus, dass virtuelle Wesen dazu fähig sind, mittels Reproduktion und Mutation neue virtuelle Wesen mit einer anderen Ästhetik hervorzubringen. Andererseits impliziert dieses Verfahren die ›Ästhetik der Amputation‹, was für Bec soviel bedeutet wie den von der technologischen Erweiterung erzeugten Zwang, sich der künstlichen Umwelt anzupassen und folglich obsolet gewordene Fähigkeiten zu vergessen oder diesen zu entsagen. Indem der Zoosystemiker in die konstitutive Logistik des Lebenden eingreift, die sich durch Unbeständigkeit, Komplexitätssteigerung, Autonomie oder Selbstorganisation auszeichnet, stellt er eine Praxis der ›Ästhetik des Wiederflottmachens‹ auf. [12]

Andere Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen lebenden und künstlichen Systemen beschäftigen, bemühen sich um eine noch tiefere Wechselbeziehung zwischen Werk und Beobachter. Diese ist eine wichtige Voraussetzung für die Werke der Künstlerin Ulrike Gabriel, die die Funktionsweise

 

des Systems von der des Körpers des Interaktors abhängig macht. In der interaktiven KL-Installation »Terrain 01« aus dem Jahre 1993 sind interne und externe Welt durch ein interaktives Dispositiv, das einen indirekten Kontakt zwischen externem Beobachter (Gehirn) und den Robotern herstellt, aneinandergekoppelt. Das Resultat ist eine Art immaterielle Kommunikationsform zwischen beiden Systemen. [13]

Dieses Beispiele liefern anschauliche Hinweise auf jene konzeptuellen Transformationen, die sich aus der künstlerischen Anwendung von interaktiven Systemen wie denen von Virtueller Realität, Künstlicher Intelligenz und Künstlichem Leben ergeben, also Techniken zur Schaffung von virtuellen Realitäten oder Umgebungen, die vom Interaktor intern erlebt werden können, oder Mechanismen, die parallele ›Geschichten‹ oder Exorealitäten erzeugen. Parallel zu dieser Entwicklung entstehen auch verschiedene Methoden zur Analyse interaktiver Werke. Eine der Tendenzen richtet sich primär auf den strukturellen Mechanismus und schenkt dem Kontext und den Interaktoren weniger Beachtung. Es wird untersucht,

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